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| Tomorrow (1/2003) - Solidarität mit Israel! |
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Solidarität mit Israel!Eigentlich sollte man vor allem nach den Geschehnissen um und nach dem 11. September und den damit einhergehenden Anschlägen auf Juden in der ganzen Welt denken, dass eine „Solidarität mit Israel“ Vorraussetzung einer emanzipatorischen, linksradikalen Gesellschaftskritik sein sollte. Für uns stellt es eine Notwendigkeit dar, sich die Vergangenheit, und damit ist vor allem Auschwitz als Synonym für die Vernichtung der Juden gemeint, immer wieder bewusst zu machen, und zum anderen eine emanzipatorische Gesellschaftskritik an den bestehenden kapitalistischen Verhältnissen zu formulieren. Wenn wir von einer Aufarbeitung der Vergangenheit reden, sollte es gerade nicht darum gehen, unter die Geschichte einen Schlussstrich zu ziehen, bzw. in wissenschaftlich-historischer Manier Geschichte nur zu rekonstruieren und nicht zu bewerten, sondern sie bewusst zu reflektieren und in ihrem historischen und gesellschaftlichen Zusammenhang zu verstehen und zu kritisieren. „Man spricht vom drohenden Rückfall. Aber er droht nicht, sondern Auschwitz war er; Barbarei besteht fort, solange die Bedingungen, die diesen Rückfall zeitigten, wesentlich fortdauern...“1 In diesem Sinne sollte das vor allem eines bedeuten: die gesellschaftlichen Bedingungen, die Auschwitz ermöglichten und immer wieder zu Ähnlichem führen können, abzuschaffen. Aber solange diese Verhältnisse weiter fortbestehen , bedeutet dies auch, vor allem nach der Erfahrung des Nationalsozialismus, sich gegen jegliche reaktionäre Tendenzen einzusetzen. Wir versuchen im weiteren nachzuweisen, warum eine „Solidarität mit Israel“ gerade deshalb eine absolute Notwendigkeit darstellt. Dies alles impliziert natürlich auch, dass das Leid, welches die Juden und Jüdinnen erfahren mussten, nie in Worte gefasst werden kann und es auch nicht um eine quantitative Betrachtung gehen sollte(z.B. die Zählung der Opfer und das Vergleichen der Opferzahlen mit anderen historischen Geschehnissen), weil ansonsten jegliches subjektives Leid bzw. die Besonderheit und Singularität von Auschwitz verloren ginge.Historischer Abriss eines KonfliktsSchon in den 20´er Jahren gründeten sich die ersten Moslem-Brüderschaften in Ägypten, die entscheidenden Einfluss auf verschiedenste andere Organisationen hatten. Das neue an ihnen war ein orthodoxer Islam, der auf einem mörderischen Kampf, Märtyrertum und Judenhass basierte. Die Moslem-Brüderschaften richteten sich nicht nur gegen die in Ägypten gerade entstandene Frauenbewegung, sondern auch gegen jegliche Formen von „Verwestlichung“, welche mit dem Judentum identifiziert wurden. Dies alles hatte natürlich auch einen großen Einfluss auf Palästina, so kam es beispielsweise im August 1929 zu einer der größten Ausschreitungen gegen Juden, bei denen 133 Menschen zu Tode kamen. Diese in Palästina neu entstandene Bewegung war nicht antikolonial, sondern absolut antisemitisch und basierte auf einer Blut- und Boden-Ideologie, also einer völkischen Ideologie, die sich über ihre Heimat oder Nation und über die in diesem Gebiet lebenden Menschen definiert (dies stellt sich z.B. in solchen Aussagen wie „Deutschland den Deutschen“ oder „Palästina den Palästinensern“ dar). Eine der wichtigsten Personen in diesem Konflikt war der Mufti von Jerusalem, welcher öffentlich zur Ermordung von Juden aufgerufen hatte und somit die Pogrome hofierte. Genau dieser Mufti von Jerusalem unterhielt dann auch kurze Zeit später sehr gute Kontakte nach Nazideutschland. In einem Gespräch mit Adolf Hitler 1941 sagte er z.B. einmal: „Die Araber sind die natürlichen Freunde Deutschlands, sie haben die gleichen Feinde wie Deutschland, nämlich die Engländer, die Juden und die Kommunisten“. Diese Kontakte beschränkten sich natürlich nicht nur auf Palästina, sondern bestanden in fast allen arabischen Ländern, wie z.B. eine von Alfred Hess (Bruder von Rudolf Hess) geführte Außenstelle der NSDAP in Ägypten. Aber auch die größten politischen Entwicklungen in der gesamten Region trugen zu den Unruhen, die in den Jahren von 1936 – 1939 ihren Höhepunkt fanden, bei. Der arabische Nationalismus hatte mit der Gründung neuer Nationen frischen Auftrieb erhalten. Bereits zu Beginn der 20´er Jahre hatten die Briten Transjordanien und Ägypten formale Souveränität erteilt. Aber auch Hitler war sehr bemüht, die deutsche Position in der arabischen Welt durch kulturelle und wirtschaftliche Aktivitäten zu fördern. Neben der Betonung des gemeinsamen Gegners, nämlich der Juden, versuchten die Nationalsozialisten die panarabischen Bestrebungen, also eine Vereinigung aller arabischen Staaten, vor allem dadurch zu fördern, dass sie den Panarabismus in Verbindung mit der Gründung eines Großdeutschen Reiches brachten. Der Vernichtungswille der IslamistenWenn man derzeit die politische Lage in Europa und dem Nahen Osten beobachtet, kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, dass Antisemitismus und Antizionismus eine immer größere gesellschaftliche Relevanz erhalten. Ob nun ein Joschka Fischer mit einem Terroristen Namens Jassir Arafat verhandelt, Norbert Blüm von einem „hemmungslosen Vernichtungskrieg“ Israels gegen Palästina redet oder gar eine UN behauptet, dass Israel mit faschistischen Methoden vorgeht, interessiert dabei niemanden. Dass nachgewiesen wurde, dass die Autonomiebehörde Selbstmordattentäter mit EU-Förderungsgeldern unterstützt und Arafat Glückwunschtelegramme an die Familien von Selbstmordattentätern schreibt, ist auch nicht von Interesse. Die UN legt sogar fest, dass die Zahlungen von 10 Millionen Euro pro Monat an die Autonomiebehörde weiter überwiesen werden sollen. Es interessiert keinen, dass nach palästinensischen Recht „Judenmord“ nicht strafbar ist. Es will keiner wissen, wenn vermeintliche Helfer der israelischen Armee ausgemacht werden, diese öffentlich gelyncht, bzw. an ein Auto gebunden und durch die Stadt gezogen werden, unter dem Jubel der Passanten, bis sie tot sind. „Alle Waffen müssen gegen die Juden, die Feinde Allahs, gerichtet werden, die der Koran als Affen und Schweine, Anbeter des Kalbs und Anbeter von Idolen beschreibt. Allah wird den Moslem über den Juden herrschen lassen, wir werden sie in Hadera in die Luft sprengen, wir werden sie in Tel Aviv und in Netanya für die Gerechtigkeit Allahs gegen dieses Gesindel in die Luft sprengen (...). Wir werden Jerusalem und Jaffa und Haifa und Ashkelon als Eroberer betreten (...). Wir segnen all diejenigen, die ihre Kinder im Geiste des Dschihad und des Märtyrertums erziehen. Gesegnet sei, wer einem Juden eine Kugel in den Kopf jagt.“2 „Dank Hitler - selig sei sein Angedenken -, der im Namen der Palästinenser im Voraus Rache nahm an den niederträchtigen Verbrechen dieser Erde. Obwohl wir uns bei ihm beschweren müssten, dass seine Rache an ihnen nicht genug war“3 „Ich möchte auf der Stelle stehen und den Juden umbringen, der mir gegenüber steht. Wenn jeder Araber einen Juden tötet, werden überhaupt keine Juden mehr übrig bleiben“4. Zur Notwendigkeit des Zionismus„Vergangenes historisch artikulieren heißt nicht, es erkennen ´wie es denn eigentlich gewesen ist`. Es heißt, sich einer Erinnerung bemächtigen, wie sie im Augenblick einer Gefahr aufblitzt“7 Es ist die harte Realität, dass Israel jeden Tag um seine Existenz kämpfen muss, wobei sich die Israelis keinen einzigen Fehler leisten können, ansonsten bedeutet dies das Ende des Staates. Wenn man überlegt, dass ca. 90% der versuchten Selbstmordattentate durch die IDF (Israel Defence Force) verhindert werden, kann man sich ungefähr vorstellen, welche Ausmaße der antisemitische Terror hat. Der Sinn des Zionismus war nicht die Vertreibung der arabischen Bevölkerung, wie viele es doch gerne behaupten, sondern eine Antwort auf den Antisemitismus der bürgerlichen Gesellschaft. Er ist somit die Antwort auf das Scheitern der bürgerlichen Aufklärung. Diese historische Wahrheit vertritt der Zionismus. Somit wohnt der Grundidee des Zionismus schon eine Kritik der gesellschaftlichen Realität, aus der heraus der antisemitische Wahn erzeugt wird, inne. Und genau da liegt der Zusammenhang von kommunistischer Gesellschaftskritik und der Idee des Zionismus. Beide halten den falschen gesellschaftlichen Verhältnissen den eigenen Spiegel vor, und genau dies ist Grundbedingung jeglicher Kritik und der Möglichkeit der Befreiung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muss deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel ist entstanden als Reaktion auf das Scheitern der bürgerlichen Aufklärung, sowie als Reaktion auf die zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. Und in dem Sinne der kommunistischen wie auch zionistischen Idee, gilt es sich mit Israel solidarisch zu erklären und somit die Möglichkeit der Emanzipation zu wahren. Solange aber die Emanzipation also in einer kommunistischen Weltgesellschaft ohne Wert, Ware, Arbeit ,Geld und Staat noch nicht verwirklicht ist und man noch in kapitalistischen Verhältnissen lebt, ist es notwendig sich mit Israel zu solidarisieren. 1 Theodor W. Adorno, Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit
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